Nachhaltige Produktion braucht Wissenskreisläufe
Steigende Energiepreise, knappe Rohstoffe und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen erhöhen den Druck auf produzierende Unternehmen. Effizientere Maschinen allein reichen jedoch nicht aus: Auch fehlerhafte Abläufe, Nacharbeit, Stillstände und verloren gehendes Erfahrungswissen verbrauchen Ressourcen, ohne Wert zu schaffen. Nachhaltige Produktion braucht deshalb neben Material- und Energiekreisläufen auch Wissenskreisläufe.
„Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei der CO₂-Bilanz oder beim Recycling, sondern bei der Vermeidung von Verschwendung im Produktionsprozess“, erklärt Andreas Tobisch, CEO der DE software & control GmbH. „Material, Energie, Zeit und Wissen sind wertvolle Ressourcen. Entscheidend ist, ob sie Wertschöpfung ermöglichen.“
Ein oft unterschätzter Standortfaktor ist der Verlust von Erfahrungswissen durch ausscheidende Fachkräfte oder die Verlagerung operativer Arbeit. „Produktion erzeugt nicht nur Produkte, sondern jeden Tag auch neues Wissen“, betont Friedrich Steininger, Senior Advisor bei DE software & control. „Wer operative Arbeit nur als Kostenblock betrachtet, unterschätzt ihren Beitrag zur industriellen Kompetenz.“
Während Ausschuss sichtbar ist, bleibt Wissensverlust oft verborgen. „Auch Wissensverlust ist eine Form der Verschwendung“, so Tobisch. Ein Wissenskreislauf – vom Erlernen über die Anwendung bis zur Weitergabe – soll dem entgegenwirken, etwa durch generationenübergreifenden Dialog wie in der Initiative BoomerZ.
Technisch unterstützt die workstAItion 5.0 von DE software & control diesen Ansatz, indem sie Daten aus ERP-, MES- und PLM-Systemen mit Arbeitsanweisungen und Erfahrungswissen verbindet. Auch in der Instandhaltung zeigt sich der Nutzen: Mit DE-maintain werden Instandhalter durch Symptomaufnahme, Ursachenanalyse und Maßnahmenauswahl geführt, wodurch Stillstandzeiten sinken und proaktive Wartung möglich wird.
„Jeder vermiedene Fehler spart Material, jede vermiedene Nacharbeit Energie und jede verkürzte Wartezeit Produktivitätsverluste“, fasst Tobisch zusammen. „Der größte Hebel liegt oft nicht in der nächsten marginal effizienteren Maschine, sondern in der konsequenten Nutzung vorhandenen Wissens.“
Um den wirtschaftlichen Nutzen vollständig zu erfassen, plädiert Tobisch für einen erweiterten ROI-Horizont: „Entscheidend ist auch, ob ein Unternehmen sein Erfahrungswissen erhält, vervielfältigt und für kommende Aufgaben verfügbar macht. Darin liegt ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.“
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